Technische Information
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Nach DIN 1986-100, Ausgabe Mai 2008 kann die Regenentwässerung über
Freispiegelsysteme oder planmäßig vollgefüllt
betriebene Regenwasser-leitungen mit Druckströmung erfolgen. Die
gesamten Ausführungs- und Bemessungsgrundsätze für planmäßig
vollgefüllt betriebene Regen-wasserleitungen mit Druckströmung,
die bisher nur in der VDI-Richtlinie 3806 zusammengefasst waren, sind
nunmehr in der Neufassung der |
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Entwicklung |
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Die Entwicklung von Dachentwässerungssystemen mit Druckströmung erfolgte vor mehr als 30 Jahren in Skandinavien. In Deutschland wurde diese Technik vor 25 Jahren als UV-System eingeführt (UV ist die finnische Bezeichnung für geschlossene Strömung). Technische Weiterent-wicklungen sind zum Beispiel das HDE-System oder das Aquaperfect DSS-System. |
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Funktionsprinzip |
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Planmäßig vollgefüllt betriebene Dachentwässerungsanlagen mit Druck-strömung werden in der DIN 1986-100, Abschnitt 3.12 wie folgt definiert: “Dachentwässerungsanlage, in der die Abläufe und Leitungen unter Planungsbedingungen vollgefüllt betrieben werden, und die Strömung durch das Ausnutzen der gesamten Drückhöhe zwischen den Abläufen und dem Übergang auf die Freispiegelströmung aufrechterhalten wird“. Bei Dachentwässerungssystemen mit Druckströmung handelt es
sich
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Dachabläufe |
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Generell dürfen nach DIN 1986-100, Abschnitt 5.7.3.1 nur Dachabläufe
verwendet werden, die den Anforderungen der DIN EN 1253-1 (Abläufe
für Gebäude – Anforderungen) entsprechen oder
Dachabläufe, für die eine allgemeine bauaufsichtliche
Zulassung bzw. ein allgemeines bau- |
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Verlegen von Leitungen |
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Planmäßig vollgefüllt betriebene Regenwasserleitungen
dürfen ohne Gefälle verlegt werden. |
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Bemessungsgrundsätze |
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Grundlage für die Bemessung einer
Dachentwässerungsanlage mit Druck-strömung ist eine stationäre
Wasserströmung mit konstanter Dichte ohne Lufteintrag. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte je Meter verfügbarer Höhendifferenz
Δhverf die waagerechte Längenausdehnung des längsten Fließweges
Eine Reduzierung der Nennweite in Fließrichtung ist zulässig, sollte aber in der Regel nur in Fallleitungen vorgenommen werden. Eine Vergrößerung der Nennweite im Verlauf von Fallleitungen ist zu vermeiden, da dies erfahrungsgemäß zum Abriss der Strömung führt. Die kleinste zulässige Nennweite bei planmäßig vollgefüllten Regen-entwässerungsanlagen beträgt di = 32mm. Zur Sicherstellung der Selbstreinigungsfähigkeit von Dachentwässerungs-anlagen
mit Druckströmung sollte eine Mindestfließgeschwindigkeit
von 0,5 m/s nicht unterschritten werden.
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| Druckverlustberechnung | ||
Bei Dachentwässerungsanlagen mit Druckströmung
wird mit Erreichen der Berechnungsregenspende die geodätische Druckdifferenz
zwischen Dachablauf und dem Übergang auf Teilfüllung zur Erzeugung
einer leistungsfähigen Strömung genutzt.
Δpverf = Δhverf • ρ • g Δp = Σ (R • l + Z)
Δhverf = Höhendifferenz zwischen Dachablauf und Übergang auf Teilfüllung ρ = Dichte des Wasser (1000 kg/m³ bei +10 °C) g = Erdbeschleunigung = 9,81 m/s² Δpverf = verfügbarer Druck für den Fließweg (Stromfaden) R = Druckverlust durch Rohrreibung pro Meter Rohr l = Länge der Teilstrecke Z = Druckverlust durch Einzelwiderstände in der Teilstrecke
Z = Σ ζ • v² • ρ • 0,5 hierin bedeuten: ζ = Einzelwiderstandsbeiwert (1) v = Fließgeschwindigkeit (m/s) Der Druckverlust in geraden Rohrleitungen ist nach der Prandtl-Colebrook-Gleichung
für eine Betriebsrauhigkeit von 0,1 mm zu ermitteln. In der DIN
1986-100 (Anhang A) befinden sich Diagramme zur Ermittlung des Rohrreibungsgefälles
R in mbar/m bei einer Betriebsrauhigkeit kb von |
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| Ermittlung des Innendrucks | ||
Zusätzlich zur Rohrdimensionierung muss eine rechnerische Kontrolle des Innendrucks durchgeführt werden. Hierdurch wird sichergestellt, das die Anlage ohne Kavitation (Gasblasenbildung durch zu hohen Unterdruck = Strömungsabriss) betrieben werden kann und die maximalen Betriebs-drücke des Rohrwerkstoffes nach den jeweiligen Herstellerangaben nicht überschritten werden. Der Innendruck an jedem beliebigen Punkt der Anlage kann nach folgender
Formel bestimmt werden:
px = Innendruck an der Stelle x Δhx = Höhenunterschied zwischen Dachablauf und der Stelle x ρ = Dichte des Wassers (1000 kg/m³ bei 10 °C) g = Erdbeschleunigung = 9,81 m/s² vx = Wassergeschwindigkeit an der Stelle x R = Druckverlust pro Meter Rohr l = Länge der Teilstrecke Z = Druckverlust der Teilstrecke durch Einzelwiderstände
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| Eingeschränkte Fallleitungshöhe | ||
Bei sehr hohen Gebäuden steht eine entsprechend große Druckhöhe zur Verfügung, wobei sich sehr kleine Rohrdurchmesser und somit extrem hohe Geschwindigkeiten und Druckverluste ergeben können. Bedingt durch die hohen Druckverluste lässt sich bei der Rohrnetzberechnung mitunter eine Überschreitung der zulässigen Unterdrücke (Strömungsabriss durch Kavitation) in der Fallleitung nicht vermeiden. Zusätzlich erhöht sich der Schallpegel mit steigender Geschwindigkeit. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, den Übergang auf Teilfüllung (Expansionspunkt) bereits im Verlauf der Fallleitung vorzunehmen und somit den zur Verfügung stehenden Druck an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen. Durch diese Vorgehensweise können dann die Vorteile der Dachentwässerung mit Druckströmung im oberen Bereich des Gebäudes ausgenutzt werden.
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| Zulässige Abweichungen | ||
Gemäß DIN 1986-100 darf bei
der Vorplanung die Abweichung zwischen dem verfügbaren Druck Δpverf und dem errechneten Druckverlust Bei der Ausführungsplanung müssen dann die Veränderungen des Abflussvermögens der einzelnen Dachabläufe – bedingt durch die hydraulischen Abweichungen – iterativ mittels Computerprogramm nachgewiesen werden. Hierbei ist folgendes zu beachten:
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| Anlaufbedingungen | ||
Zunächst muss festgestellt werden, bei welchem Volumenstrom es bei der vorgegebenen Nennweite zum Zuschlagen der Fallleitung kommt. In Bild 28 der DIN 1986-100 sind Messwerte enthalten, welcher Mindest-volumenstrom QA,min einer Fallleitung (Fallleitungslänge ›4,0 m) zugeführt werden muss, damit sich eine Druckströmung ausbilden kann.
Zusätzlich muss festgelegt werden, welcher Volumenstrom bei einer
Anlaufhöhe ΔhA über
die Sammelanschlussleitung der Fallleitung zugeführt werden kann.
Wenn der Gesamtvolumenstrom Qr der
Anlage sowie die verfügbare Höhendifferenz Δhverf und
die Anlaufhöhe
ΔhA bekannt sind, lässt sich
mit Hilfe der Affinitätsgesetze
(Proportionali-tätsgesetze) der realisierbare Anlaufvolumenstrom QA,vorh wie
folgt berechnen: Hierin bedeuten: QA,vorh = der realisierbare Anlaufvolumenstrom in der Anlage, in Liter
pro ΔhA = die Anlaufhöhe (Höhendifferenz zwischen Dachablauf und
Mitte
QA,vorh › 1,2 • QA,min
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