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Allgemeines
Die Voraussetzung sicherer Befestigung bzw. längskraftschlüssiger Koppelung
gilt natürlich in besonderem Maße für Abwasserleitungen, die einem größeren
Innendruck als 0,5 bar ausgesetzt sein können, z.B.:
1. Leitungen, die im Rückstaubereich liegen
2. Regenwasserleitungen innerhalb von Gebäuden
3. Schmutzwasserleitungen, die ohne weitere Ablaufstellen durch mehrere
Tiefgeschosse führen
4. Druckleitungen von Abwasserhebeanlagen.
Gerade bei Rohrleitungen unterhalb der Rückstauebene können Betriebsdrücke
entstehen, z.B. durch einen Rückstau aus dem Kanalnetz, die zu einem Auseinandergleiten
der Rohrverbindungen führen können. Aus diesem Grund ist bei gusseisernen
Abflussrohren unterhalb der Rückstauebene wie folgt zu verfahren:
Schmutzwasserleitungen bis 0,5 bar im Rückstaubereich
Rapid-Verbindungen DN 100 - 150 keine zusätzlichen Maßnahmen.
Bei Rapid-Verbindungen ab DN 200 Absicherung der Richtungsänderungen
mit dazugehörigen Krallen.
Schmutzwasserleitungen über 0,5 bar im Rückstaubereich
Alle Verbindungen sind mit entsprechenden Krallen zu sichern. Rapid-Verbindungen
abgesichert mit dazugehörigen Krallen können mit folgenden Überdrücken
belastet werden:
DN 40, 50,80 und 100 mit 10 bar ;
DN 125 und DN 150 mit 5 bar;
DN 200 mit 3 bar.
Regenwasserleitungen
Hierzu heißt es in DIN EN 12056-3 Pkt. 7.6.4 Innenliegende Regenwasserleitungen
müssen in der Lage sein, dem Druck zu widerstehen, der durch Verstopfung
entstehen kann.
In senkrechten Regenwasserfallleitungen, welche nach oben offen sind,
kann sich die Wassersäule nicht als Längskraft auswirken, sofern die Rohre
gegen Ausknicken aus der Achse gesichert sind. Verziehungen bzw. Richtungsänderungen
müssen jedoch auch hier mit Krallen abgesichert werden. Rückstau bis zur
Gebäudeoberkante wird aber auch in Zukunft die Ausnahme sein. Aufgrund
unserer Erfahrung reicht es, wenn die Leitungen unterhalb der Rückstauebene
abgesichert werden.
Druckleitungen von Hebeanlagen
Die Druckleitungen können mit gusseisernen Rohren und Formstücken und
mit Rapid-Verbindern und Krallen bis DN 100 ausgeführt werden. Die maximale
Druckbelastung beträgt 10 bar. Der Grund für den Einsatz der Verbinder
bis 10 bar ist, dass beim Abschalten der Pumpen in der Regel Druckschläge
entstehen, die ein Vielfaches der Pumpenförderhöhe betragen können. Zur
Verminderung von Druckschlägen empfehlen sich schwimmend schließende Rückschlagklappen
mit Gegengewicht, die von Anbietern der Hebeanlagen angeboten werden.
Grundsätzlich müssen Kompensatoren angeordnet werden, um eine Übertragung
von Vibrationen der Hebeanlage auf die Druckleitung zu vermeiden. Die
Befestigungsregeln der Hersteller sind zu beachten. Der Gewindeanschluss
der Rohrschellen muss mindestens M16 betragen.
Einbetonierte Leitungen
Vor dem Einbringen des Betons müssen die Leitungen sachgerecht befestigt
und gegen Verschieben und Aufschwimmen gesichert werden.
Das kann mit Rohrböcken und handelsüblichen Rohrschellen erfolgen. Formstückkombinationen
(mehrere Bögen; Abzweig- Bogen) sollten in jedem Fall gegen Verrutschen
gesichert werden. Dies geschieht am einfachsten mit den entsprechenden
Krallen, die über die Verbinder montiert werden. Ansonsten sind häufig
meist aufwendige Befestigungen erforderlich. Vor dem Betonieren sollte
die Leitung mit Wasser gefüllt werden, um das Eigengewicht zu erhöhen
und dadurch ein Aufschwimmen der Leitung zu vermeiden.
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